Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts breitete sich zwischen den schon damals bestehenden Gemeinden Schönau, Vielau und Reinsdorf ein Gebiet mit ragenden Bäumen, Niederwald und Wiesen aus. Dieses Waldgebiet – Herrenholz genannt – war feudaler Besitz des Grafen zu Solms von Wildenfels. Zu jenem Zeitpunkt kamen mit seiner Genehmigung Menschen hierher, die den Wald rodeten. So entstanden Lichtungen, auf denen die Arbeiter ihre Häuser aus Lehm errichteten und sich Brunnen gruben. Daraus folgte, dass 1755 vom Besitzer der Herrschaft Wildenfels, Friedrich Magnus Graf zu Solms, auf dem ehemaligen Gebiet und dessen Umgebung des oberen Vielauer Vorwerks (Hammelhof) (das gerodete Land) Friedrichsgrün als gräfliches Amtsdorf gegründet wurde.

Anfänglich waren es 11 Häuser, 1770 bereits 25 und 1839 war die Zahl der Häuser auf 102 gestiegen mit insgesamt 702 Einwohnern. 100 Jahre später waren es 253 Häuser mit insgesamt 3.200 Einwohnern. Es waren kleine Häuser mit großen Stuben und vielen Fenstern; denn die Leute brauchten für ihre Arbeit viel Licht und Sonne. Sie waren Weber, und Friedrichsgrün wurde ein Weberdorf (Handleinenweberei).


Etwa von 1839 – 1865 waren in Friedrichsgrün nur Weber sesshaft, erst mit dem Erfinden der Maschine nahm die Weberei nach und nach ab. 1936 verstarb im Alter von 92 Jahren der Rentner Hermann Freitag. Er war der älteste Handweber des Ortes. Mit ihm ist wohl der letzte Veteran eines ehemals hier weit verbreiteten Industriezweiges der Handleinenweberei heimgegangen.


Industrie hat sich in Friedrichsgrün nicht angesiedelt, der Ort entwickelte sich vom Weberdorf zu einer reinen Arbeiterwohngemeinde. Durch den Steinkohlenbergbau im Zwickauer Raum war der größte Teil der Friedrichsgrüner Einwohner dann im Bergbau beschäftigt.
Das älteste Gebäude in Friedrichsgrün ist der Hammelhof, er wurde 1464 erstmalig urkundlich erwähnt. Markanteste und auch älteste Anlage ist der "Wohl", eine frühdeutsche  Ringwallanlage, direkt hinter dem Hammelhof gelegen.